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Weniger ist mehr – die Kunst des Weglassens

Weniger ist mehr – stimmt das?

Schaue dir nochmals das Titelbild an. Nur die Laterne und die Burg. Mehr nicht.

Oder bei den beiden folgenden Bildern. In welchem Bild wirkt die Möwe mehr auf dich? Im ersten oder im zweiten Bild?


Möwe im Wasser Möwe im Wasser mit mehr Umgebung

 

 

 

 

 


Wenn weniger mehr ist, wie kannst du es für dich in deinem Leben als Ansatz nutbar machen. Darum geht es hier, wenn ich meine:

Weniger ist mehr Wert

Ich habe neulich mit einer Freundin gesprochen, die in einem kleinen Haus auf zwei Etagen wohnt. Die Zimmer sind nicht so groß, wie es heute üblich ist, aber die Räume waren sehr gemütlich eingerichtet. Sie hat einen guten Geschmack und erfreut sich gern an schönen Dingen. Also ist ihr Wohnzimmer voll davon. Oder besser WAR voll davon. Was ist passiert?

Die Freundin hat sich zu einer größeren Umbaumassnahme durchgerungen. Ihr Wohnzimmer komplett ausgeräumt, den Inhalt in Kisten verpackt und in danach in den Keller geschleppt.

Erste Erkenntnis: sie hat viele Dinge. Viele schöne Dinge. Aber auch viel zu viele Dinge. Sie kommt gar nicht dazu, alle schönen Gläser zu benutzen. Und Geschirre. Alle Bücher zu lesen, für die sie sich interessiert und gekauft hat. Zu viel ist weniger wert.

Nachdem das Wohnzimmer neu tapeziert war und einen frischen Bodenbelag hatte, betrat die Freundin das erste Mal ihr neues Wohnzimmer. Und auf einmal wirkte es riesig auf sie. Es war hell und groß. Es wirkte toll. Wie konnte sie verhindern, dass es wieder klein und zugestellt wirkte? Weniger ist mehr!

  • Sie hat Dinge aussortiert. Bücher, Gläser, Geschirr, Flaschen in der Hausbar, die sowieso keiner mehr trinkt.
  • Nur noch so viele Dinge, wie gut in die Schränke passen. Das wirkt aufgeräumter. Und sie findet alles leichter.
  • Sie hat weniger Nippes, Dippes und „Rumsteherlie“ im Raum verteilt. Beispielsweise nur noch eine schöne große Pflanze, anstelle von vielen, kleinen Töpfchen.

Zweite Erkenntnis: Die einzelnen Dinge wirken viel mehr, wenn sie Raum haben. Wenn etwas für sich alleine stehen kann.

Ja, weniger ist mehr! Es ist die Chance, herauszuragen.
Es gibt dem weniger mehr Wert.

Hier findest du noch mehr Ideen, um den Ansatz „Weniger ist mehr“ umzusetzen.

Idee Kleidung – Lieblingsstücke im Schrank

Das ist ein ganz heißes Eisen, bei vielen Menschen. Auch bei mir war das lange Zeit ein Thema. Wir haben den Schrank voll mit Kleidung. Und noch einen Schrank voll. Eventuell noch im Keller einige Kisten. Und bei mir war es oft so: getragen habe ich häufig nur meine Lieblingsstücke. Wie ist es heute?

Ich habe den Ansatz umgedreht. Heute besitze ich nur noch meine Lieblingsstücke. Jetzt reicht ein Schrank. Es ist eine Freude, die Sachen zu sehen und zu tragen.  Keine Frustkäufe mehr, keine Kompromisse mehr. Nur was ich klasse finde, wird gekauft. Das spart mir Geld, weil ich weniger kaufe. Dafür kann ich mir ohne Gedanken teurere Dinge kaufen.

Weniger ist eindeutig mehr für mich. Probiere es aus.

Idee Essen – maximal 4 Zutaten

Voller Schauer denke ich zurück, als ich als Kind Gemüsesuppe essen musste. Es schmeckte irgendwie. Es waren bestimmt ein Dutzend Gemüsesorten in der Suppe und geschmeckt hat es…gemischt, zu viel, nichts war rauszuschmecken. Oder sehr beliebt, der Obstsalat. Alles Obst aus der Küche rein. Möglichst viele Sorten. Und wie schmeckt das? Gemischt. Nichts Besonderes.

Mit dem „Weniger ist mehr“ Ansatz, kannst du die Zutaten wieder schmecken. Das reife, frische Obst kann sein Aroma entfalten. Gemüse darf schmecken. Ein Richtwert, der es einfach macht: nicht mehr als 4 Zutaten verwenden. Beispielsweise:

  • Einen Obstsalat mit Bananen, Erdbeeren, Kiwi und Nüssen. Sieht optisch schön aus und du kannst die einzelnen Zutaten schmecken.
  • Bei Suppen bin ich sogar auf dem 1-Zutat Tripp: nur Kartoffeln oder Karotten oder Brokkoli oder Kürbis. Nicht alles zusammen.
  • Nudeln mit Pilzen, Lachsstreifen und Tomaten. Lässt einzelnes herausschmecken.

Du siehst, nicht mehr als 4 Zutaten ist leicht zumzusetzen und es gibt den einzelnen Dingen die Chance, herauszuragen.

Idee Ziele – ein Top-Ziel gegen Verzetteln

Wenn ich mir die Ziele mancher Leute ansehe, dann gibt es oft viele Ziele:

  • vor dem Geburtstag/dem Sommer/Weihnachten noch 5 kg abnehmen, um sich gut zu fühlen
  • weniger Zeit vor der Glotze verlieren, um die Zeit sinnvoller zu verbringen
  • eine Weiterbildung absolvieren, um befördert zu werden oder den Job wechseln zu können, um mehr Geld zu verdienen
  • mehr Zeit mit Freunden/Familie verbringen, um sich glücklicher zu fühlen
  • sich einen Traum-Urlaub gönnen, um sich zu entspannen
  • und und und

Wenn sich ein Mensch all das auf einmal vornimmt, hat er eine große Chance, gar nichts davon umzusetzen. Mit dem „Weniger-ist-mehr“-Ansatz, gibt es nur ein Top-Ziel.

Zum Beispiel: „Ich werde bis zum 1. Juni 5 kg abnehmen.“

Wenn alle Kraft in dieses Ziel fließt, erhöhst du die Chance, es zu erreichen und verzettelst dich nicht. Wenn du die 5 kg abgenommen hast, gibt dir das eine ganze Menge neue Kraft. Diese Energie kannst du für das nächste Ziel einsetzen. Und so sind weniger Ziele auf einmal, mehr Umsetzungserfolge. Prima, oder?

Idee Termine – Zeit statt Hetze

Da ich viel im Ausland bin, habe ich oft nur wenige Tage am Stück, um Freunde vor Ort in Deutschland zu treffen. Früher war ich der Meinung, möglichst mit vielen Menschen Termine machen zu wollen. Mit dem Ergebnis, dass ich beispielsweise nach zwei Stunden zum nächsten Termin aufbrechen musste. Gerade dann, wenn wir intensiv ins Gespräch vertieft waren.

Heute lebe ich den „Weniger ist mehr“-Ansatz.

  • Ich versuche, möglichst nur einen Termin pro Tag zu machen.
  • Ich setze mir keinen weitern Termin als Anschlusstermin, so dass das Treffen mit Freunden sich gerne ausdehnen kann.
  • Ich verbinde das Praktische mit dem Angenehmen. Oft gestalten wir einen ganzen Tag zusammen. Wir gehen gemeinsam einkaufen, kochen und erleben damit eine intensive Zeit zusammen. Besser als nur mal schnell essen gehen.

Weniger Termin ermöglicht es, intensivere Zeiten mit Menschen zu erleben. Es führt zu mehr Erfüllung und Spaß. Lass dich darauf ein und du kannst es selbst erleben.


Noch mehr Ideen gewünscht? Weniger ist mehr 🙂

Wenn dich meine Worte dazu angeregt haben, auch nur einen Punkt gleich umzusetzen und vielleicht nach einiger Zeit einen zweiten Punkt, dann ist das mehr Wert, als eine Liste mit 20 Ideen für „Weniger ist mehr“, von denen du nichts umsetzt.

Nicht Wissen schafft Veränderung,
sondern umgesetztes Wissen.

Dazu an anderer Stelle bald mehr.

 

Ein Gedanke zu „Weniger ist mehr – die Kunst des Weglassens

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