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Ziele zu erreichen ist leicht – tappe nicht in die „Einmal-ausprobiert“-Falle

Egal ob große oder kleine Ziele zu erreichen, ist nicht immer leicht. Oder doch? Zumindest wird es leichter für dich, deine Ziele zu erreichen, wenn du nicht in die „Einmal-ausprobiert“-Falle tappst.

Übrigens, für Kinder, die noch in ihrem natürlichen Lern- und Ausprobiermodus sind, gibt es diese Falle nicht.

Als Erwachsener sieht es oft anders aus. Deshalb ist die Frage:

Wie leicht tappst du in die „Einmal-ausprobiert“-Falle

Angenommen, du hast dir das Ziel gesetzt, eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Im Gespräch ist dein Chef dazu bereit, will aber mehr Aktivität von dir sehen. Du sollst in den nächsten Abteilungsmeetings jeweils Präsentationen über anstehende Themen halten. Wenn du das erste Mal vor die Gruppe trittst und deine Präsentation hältst, fühlst du dich vielleicht unsicher. Deine Aufbereitung des Themas war zwar nicht schlecht, aber es ist auch kein Funke rübergesprungen. Aus dem Wunsch, den Chef zu zeigen, was du kannst, ist ein Gefühl der Enttäuschung bei dir entstanden. Und der Entschluss, das mache ich nicht nochmal. Hier hat zugeschlagen, was ich die „Einmal-ausprobiert“-Falle nenne.

Immer wenn Veränderungen anstehen oder du etwas tust, was du noch nicht gemacht hast, kann es passieren, dass du dich zuerst damit schwer tust. Vor allem, wenn die Anforderung von außen kam, d.h. es war der Wunsch des Chefs, dass du die Präsentationen halten sollst. Du musst deine Komfortzone verlassen. Den Bereich, der dir bekannt ist. Und Neuland betreten.

  • Vielleicht ist dir unangenehm.
  • Es fühlt sich noch nicht „richtig“ an, was du tust. / Trifft vor allem bei neuen Bewegungen zu, die du lernst. Egal ob im Sport oder beim Sprachenlernen.
  • Du hast möglicherweise die Befürchtung, dich zu blamieren.
  • Du hast eventuell Angst vor dem Scheitern.

Manche Situationen erinnern uns an Erlebnisse, die wir unter „unangenehm & nicht wiederholungsbedürftig“ abgespeichert haben. Bei der Vorstellung, mit deiner Präsentation vor die Leute zu treten, fällt dir eventuell die Geschichte wieder ein, als du als Kind an Weihnachten vor Oma und Opa auf der Blockflöte gespielt hast. Und du hast so viele falsche Töne getroffen, dass es allen peinlich war.

Wenn dir solche Gedanken durch dein Gehirn spuken, kommt ein einfacher Schluss: Ich werde es einmal ausprobieren. Und wenn es nicht funktioniert, lasse ich es.

Das hat folgenden Vorteil:

  • Es beruhigt das Gewissen. Schließlich hast du es probiert.
  • Es ist nicht zu viel Unangenehmes zu erwarten.
  • Es erspart viel Arbeit.

Mit so einem Reaktionsmuster bist du nicht alleine. Warum reagieren Menschen so?

Häufig wird unterschätzt, dass unser Gehirn uns beschützen will. Unangenehme Gefühle sind Warnsignale. Die Reaktion darauf: lieber die Finger weglassen. Wenn das nicht geht, einmal probieren, ok, aber nicht unnötig viel Energie hineingeben. Denn unser Gehirn ist nicht nur ein Beschützer auch ein Künstler, um Energie zu sparen.

Was sind die Nachteile dieser Schutz- und Sparmaßnahmen? Zum Beispiel:

  • Keine Lernkurve.
  • Verpasste Chancen.
  • Fehlende Erfolgserlebnisse nach harter Arbeit oder Anstrengung.

Das klingt nach, „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.“. Keine Bange, so muss es nicht sein. Und sollte es auch nicht sein, denn wenn wir von lebenslangem Lernen als Zukunftsprinzip sprechen, müssen wir lernen, die „Einmal-ausprobiert“-Falle zu vermeiden.

Hier ein paar Ideen.

Drei Tipps Ziele erreichen, ohne in die „Einmal-ausprobiert“-Falle zu tappen

Idee Verhandeln

Wenn du nach der ersten Präsentation enttäuscht bist, analysiere für dich, was du beim nächsten Mal besser machen könntest. Vorher daheim vor dem Spiegel üben. Freier Reden. Eine gute, spannende Einleitung. Vielleicht mit einer ungewöhnlichen Frage beginnen, damit die Leute neugierig werden und auch aktiv ihr Statement abholen als Blitzlicht.

Mit all diesen Verbesserungsmöglichkeiten im Gepäck, kannst du mit dir selbst in Verhandlung gehen.

  • „Einmal ist kein Mal. Also auf ein 2. Mal.“
  • „Bestimmt ist es beim 2. Mal gar nicht mehr so unangenehm. Ich weiß ja jetzt, wie es sich anfühlt vorne zu stehen.“
  • „Es ist keine verschwendete Energie, wenn ich mich ausprobiere. Es gibt immer etwas zu lernen. Selbst jetzt habe ich einiges, was ich verbessern kann gefunden.“

Mit diesen Gedanken, kannst du die Bedenken und Ängste mildern. Dir selbst Mut und Zuversicht zusprechen.

Idee: Schlimmer geht nimmer

Versuche dir ein Worst-case-Szenario zu überlegen.

  1. Überlege dir, was das Schlimmste wäre, was passieren könnte, wenn du es ein zweites Mal probierst?
  2. Und jetzt versuche, das Schlimmste noch schlimmer zu machen. Was könnte noch passieren?
  3. Vielleicht könntest du es nochmals steigern. Was wäre das Allerschlimmste, was passieren könnte, wenn du es ein zweites Mal probierst?

Und nun bewerte für dich

  • Auswirkung: Wie schlimm ist dies wirklich?
    Auf einer Skala von 0= gar nicht schlimm bis 100= tödlich schlimm?
  • Eintrittswahrscheinlichkeit: Wie wahrscheinlich es ist, dass dieses Worst-case-Szenario eintritt?
    Von 0%=völlig ausgeschlossen bis zu 100%=tritt todsicher ein.

Die beiden Werte mulipliziert ergeben deinen Schreckenswert.

Übrigens der höchste Schreckenswert SW 100 SW (100 * 100%) wird fast nie erreicht. Oft werden wir überrascht, dass wir etwas etwas vielleicht mit dem Wert 70 als schlimm bewerten, was aber meist mit nahezu 0% eintritt. Selbst wenn es 10% Wahrscheinlichkeit sind, kommst du auf einen Schreckenswert von 7. Weit weg von 100.

Oder es ist gar nicht so schlimm, was passieren kann, weil wir es mit klarem Kopf vielleicht nur mit dem Wert 30 bewerten. So etwas wie dir bleibt am Anfang die Stimme weg. Ja, dass kann ganz schnell mal passieren. Aber dafür hast du dir ein Glas Wasser bereits gestellt. Selbst wenn es eine 50% Wahrscheinlichkeit gäbe, dass es eintritt, hat das Worst-case-Szenario damit viel an Schrecken verloren. Weil wir es anfassbarer gemacht haben.

Das ist auch die Vorgehensweise, bei der nächsten Idee:

Idee: Attraktivität steigern

Wenn das Ziel sehr attraktiv ist, überwiegt die Vorfreude auf den Erfolg. Anstatt der Mühe den Schrecken zu nehmen, geben wir einfach dem Ziel so viel positive Attribute, dass es die negativen Gefühle überwiegt.

Wie soll das gelingen, wenn du dir wie hier im Beispiel, die Aufgabe nicht selbst rausgesucht hast? Denke weiter. Was könntest du mit der neuen Fähigkeit, gute Präsentationen zu halten, noch alles machen? Generiere dir attraktiven Zusatznutzen, dass du etwas Neues erlernt hast.

  • Du wolltest doch in deinem Verein gerne eine Aufgabe im Vorstand übernehmen. Dafür bist du mit deiner Präsentationserfahrung viel besser gerüstet.
  • Auch auf der nächsten Familienfeier kannst du viel entspannter vor die Feiernden treten und ein paar nette Worte zu allen sagen.

Die Attraktivität kannst du vor allem auch steigern, wenn du dir den Nutzen und dein Ziel mit allen Sinnen vorstellst.

  • Dir ein Bild davon zu machen. Möglichst groß, strahlend und bunt.
  • Du die Glückwünsche zu hören glaubst, die dir zuteil werden. Oder das Klatschen von Zuschauern.
  • Vielleicht spürst du bereits, wie du dort sitzt oder steht, wenn das Ziel erreicht ist.
  • Und du kannst den Kaffeeduft riechen und die Kekse schmecken, die es auf der Konferenz gibt, wenn du erfolgreich deine nächste Präsentation gehalten hast.

Hier kannst du dich richtig ins Zeug legen und deine Phantasie spielen lassen. Je häufiger du daran denkst und in deiner Zielvision schwelgst, um so attraktiver wird es. Aber dabei bitte die Umsetzung nicht vergessen! Also an den Verbesserungen deines Vortragsstils arbeiten. Sonst sind es Luftschlösser und keine Ziele, die du verfolgst.

Fazit

Als Erwachsener ist uns oft die kindliche Leichtigkeit verloren gegangen, Ziele zu erreichen. Vielleicht tappen wir in die „Einmal-ausprobiert“-Falle. Wer das umgehen will, hat mit den folgenden 3 Ideen eine gute Chance, seine Ziele leichter zu erreichen:

  1. Verhandle mit dir
  2. Bewerte deine Befürchtungen
  3. Verwandle dein Ziel in einen Magneten

Jetzt ist es an dir, aus diesen Tipps nutzen zu ziehen.

Probiere die Ideen aus. Am besten mehr als einmal 🙂

So gibst du dir die Chance, deine Ziele leichter zu erreichen. Und wie sind deine Erfahrungen?

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